Die Geschichte der Wollkämmerei bis 1953

von E. Reinstorf

 

Die Hamburger Wollkämmerei

Die Hamburger Wollkämmerei AG, eine der größten Fabriken der Wilhelmsburger Industrie, wurde im Jahre 1889 als Zweigbetrieb der Leipziger Wollkämmerei gegründet. Die Fabrik bildete den Anfang der Industrialisierung der Elbinsel. Man erwarb Gelände am Reiherstieg, vorwiegend vom Bauern Busch. Die Bauarbeiten führte die Firma Prien, Harburg, mit dem damaligen Polier Harriefeld durch.

Bei der Gründung des Werkes war die Einwohnerzahl Wilhelmsburgs sehr gering. Daher mußten Arbeitskräfte von auswärts herangezogen werden. Viele Familien kamen aus Sachsen, Schlesien, aus Polen und später sogar aus Ungarn. Es wurden deshalb Wohnungen gebaut, ein Ledigenheim mit Kantine und Badeanstalt und ein Krankenhaus errichtet. Später wurde auch eine Werkfeuerwehr aufgebaut, weil die staatlichen Einrichtungen auf diesen Gebieten fehlten.

Von Anfang an wurde Überseewolle verarbeitet, und die Hafennähe auch der Grund für die Errichtung des Betriebes in Wilhelmsburg. In den ersten Jahren entwickelte sich das Werk schnell; in den 20er Jahren wurde es umfangreich ausgebaut, wie obige Abbildung zeigt. Die Belegschaft betrug ca. 2000 Menschen.

Der 2. Weltkrieg brachte dann leider die vollständige Zerstörung des Werkes. Nur 10 % blieben erhalten. Mit 60 Mann wurde 1946 inmitten der Trümmer die Arbeit wieder aufgenommen und zuerst Lumpen verarbeitet für die Herstellung von Streichgarnen.

Dann begann unter Herrn Direktor Schlenzig der Wiederaufbau einer Kammgarnspinnerei, die 1953 schon wieder 800 Menschen beschäftigte. In der Kämmerei werden Tierhaar-Kammzüge hergestellt, in der Spinnerei Hand - und Maschinenstrickgarne.

"Geschichte der Elbinsel Wilhelmsburg", 1955 von E. Reinstorf

3. Die kleine Kapelle auf dem Gelände der Wollkämmerei wurde leider 2007 abgerissen.

4. Wollkämmereistrasse 41

5. 1979

 

Creative Commons License
Abbildung 3.+ 4. von Werner Nenning steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz.

Abbildung 5. von Jürgen Müller steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz.