In einer dreibändigen Forschungsarbeit hat
Ulrich Krieter das Leben seines Onkels beleuchtet
Das Leben seines Onkels – des Priesters Karl-Andreas Krieter – hat Ulrich
Krieter historisch beleuchtet: Nach dem ersten Werk vor eineinhalb Jahren über
das Wirken des Geistlichen in der Gemeinde St. Franz-Joseph folgen nun zwei
Bände über die Zeit in Wilhelmsburg.
Südlich der Elbe ist der Name Krieter gut bekannt. In St. Franz-Joseph und in
St. Bonifatius Wilhelmsburg war der Geistliche tätig. Heute erinnert noch ein
Straßenname an ihn. Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses seines Neffen stand
nicht nur der Onkel selbst, sondern auch das Drumherum: Das Leben des Pfarrers
Krieter gibt über mehrere Epochen der deutschen Geschichte Auskunft.
Ulrich Krieter hat seinen Onkel aus nächster Nähe kennen gelernt: Als
Zehnjähriger zum Vollwaisen geworden, kam er 1952 von Münster nach Wilhelmsburg,
wo ihn sein Onkel im Pfarrhaus von St. Bonifatius aufnahm. Dessen Schwester
Therese führte dort den Haushalt. Ulrich Krieter lebte in Wilhelmsburg bis zur
Pensionierung des Geistlichen 1961. Er wurde Lehrer, leitete später die
Körperbehindertenschule in Harburg und arbeitete in einer Schule für
Lernbehinderte. Seit 2002 ist er im Ruhestand und verwendet seither viel Zeit
dafür, in Archiven dem Leben seines Onkels nachzuspüren. Dabei wurde er vor
allem für die Zeit in Wilhelmsburg fündig. "Als ich das erste Mal im Pfarrhaus
St. Bonifatius nachfragte, bekam ich zwei Aktenordner und eine große
Fotosammlung ohne Beschriftung."
Ein Glücksfall sei es gewesen, dass zu jener Zeit Jürgen Kubella das Archiv der
Gemeinde sortierte: Er fand eine Unzahl von Akten aus der Zeit, in der
Karl-Andreas Krieter in St. Bonifatius wirkte. "Das war alles ungeordnet und
musste erst mal durchgesehen werden," erzählt Ulrich Krieter. 459 Seiten umfasst
die Forschungsarbeit über die Jahre von Pfarrer Krieter in Wilhelmsburg. Dazu
hat Ulrich Krieter noch einen dritten Band mit 345 Seiten veröffentlicht. Er
enthält 35 Zeitzeugenberichte. "Von Jahr zu Jahr sind es weniger Menschen, die
meinen Onkel in St. Bonifatius persönlich kennen gelernt haben. Deshalb habe ich
schon 2003 beschlossen, meine Recherchen mit der Befragung der Zeitzeugen zu
beginnen", so Ulrich Krieter.
Die Berichte nahmen dabei einen solchen Umfang an, dass es sich lohnte, sie
gesondert zu veröffentlichen. Sie geben aus verschiedenen Blickwinkeln Einblicke
in das Leben der Gemeinde und ihre Pfarrers. Nach Abschluss seiner
Forschungsarbeit ist der Zeithistoriker zufrieden. Er hofft, dass seine mühsam
erarbeiteten Erkenntnisse von vielen Personen wahrgenommen werden. Exemplare
seiner Bücher hat er der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg, dem Heimatmuseum
Wilhelmsburg und dem Helmsmuseum in Harburg überlassen.
Auch den Bistumsarchiven in Hildesheim und Hamburg hat er seine Arbeit
übergeben: "Mit diesem Werk wird eine Wissenslücke gerade für die
Kirchengeschichte des südlichen Teils von Hamburg geschlossen", urteilt
Diözesanarchivar Martin Colberg. "Die Bücher liefern damit wertvolle
Informationen zur Geschichte des Erzbistums Hamburg." Die drei Bücher sind
broschiert im Grin-Verlag erschienen und kosten zwischen 35,90 und 39,90 Euro.