SOPHIE DOROTHEA

GRÄFIN VON WILHELMSBURG

Mit Liebe hat die Hochzeit der Wilhelmsburger Reichsgräfin Sophie Dorothea mit ihrem Vetter Georg Ludwig im Jahre 1675 nichts zu tun. Die 16 Jährige Gräfin von Wilhelmsburg und ihr Vetter fügen sich vielmehr in den Willen ihrer Väter.

Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg und sein Bruder Ernst August in Hannover, haben die Ehe beschlossen, um die Länder und Kronen in der Familie zu halten. Zum Herrschaftsgebiet von Brautvater Georg Wilhelm gehören die drei Inseln Stillhorn, Georgswerder und Reiherstieg-Rotehaus. Er hat sie zusammen eindeichen lassen und die so entstandene Gesamtinsel nach Art der Herzöge Wilhelmsburg genannt. Es ist ein fürstliches Hochzeitsgeschenk an die eigene Tochter.

Die Junge Herzogin kann sich ihres Titels und ihres Besitzes jedoch nicht lange freuen. Die erzwungene Ehe scheitert trotz der Geburt zweier Kinder. Georg Ludwig ist mehr an seine zahlreichen Mätressen interessiert als an seine Gattin.

Sophie Dorothea flieht in die Arme eines anderen Mannes. Die leidenschaftliche Liebesbeziehung zu Phillipp Christoph Graf Königsmark endet allerdings tragisch. Das Verhältnis wird entdeckt, der Graf getötet, und Sophie Dorothea kommt ins Schloß Ahlden, wo sie die 32 Jahre bis zu ihrem Tod im Jahre 1726 gefangengehalten wird.

Die Geschichte der unglücklichen Gräfin von Wilhelmsburg ist in kaum einem Buch verzeichnet. Ihre Kinder jedoch werden berühmt : Der Sohn besteigt als Georg II. von England den Königsthron, die Tochter heiratet Preußens Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. und gebiert ihm einen Sohn, der als Friedrich der Große Geschichte schreibt.