Stammbaum der Familie Linie Franz Schindzielorz geb.1880
Hiermit ist die Linie Franz Schindzielorz beschrieben, das ist der ältere Herr auf dem Mofa der Wollkämmerei Feuerwehr (Bild Nr.9).Er wurde in Moschen Oberschlesien geboren und ist erstmals im Wilhelmsburger Adressbuch von 1906 erwähnt, in der „Wollkämmerei 43“.Hier wohnte er zusammen mit August und Ludwig Schindzielorz. Im Adressbuch steht außerdem für alle 3 die Berufsbezeichnung „Arbeiter“. Ludwig Schindzielorz lebte unter der oben genannten Adresse bereits im Jahre 1903. Franz Schindzielorz muss schon im Jahre 1905 in Wilhelmsburg gewohnt haben, denn sein Sohn Franz Karl (u.a.Bild Nr.8) wurde hier 1905 geboren. Von meinem Urgroßvater ist mir außer seiner Taschenuhr und einem einzigen Bild nicht viel überliefert worden. Gestorben ist er im Jahre 1943 bei einem Bombenangriff durch einen herabstürzenden Balkon. Beerdigt wurde er in einem Doppelgrab, mit seiner Frau Franziska auf dem Friedhof an der Mengestraße. Zusammen hatten sie 6 Kinder (Gertrud, Willi, Albert, Walter und Franz Karl sind mir bekannt).
Franz Karl Schindzielorz (mein Großvater) wurde am 09.12.1905 in Wilhelmsburg geboren, er starb am 29.12.1967. Handwerklich begabt lernte er Stellmacher und Schiffszimmermann. In den 30er und 40er Jahren arbeitete er bei den Howaldtswerke in Hamburg. Im Jahre 1930, zur Geburt seines Sohnes Horst Schindzielorz, wurde er im Rahmen der Weltwirtschaftskrise arbeitslos. Die Freizeit in den 20er und 30er Jahren verbrachte er mit Musizieren (Bandonionorchester) und Fußballspielen. 1928 spielte er für den SV Neuhof und verlor am 26.08.1928 gegen Fichte Eimsbüttel 2:5. Später wechselte er zum „Wilhelmsburger SK von 1920“. Der Verein war bei Stüben am Deich zu Hause und zu damaliger Zeit wohl ein Schwergewicht im Wilhelmsburger Fußball. Als Linksaußen war er dribbelstark und erzielte diverse Tore (u.a. gegen Wilhelmsburg 09 am 19.04.1936 und gegen Viktoria Wilhelmsburg am 26.09.1937), sein Spitzname: Zitzek mit den Gummibeinen. Am 06.07.1929 heiratete Franz Karl die ebenfalls aus Wilhelmsburg stammende Else Streubel. Ende der 30er Jahre gehörte dann auch das Motorrad mit Beiwagen zu seinen Hobbys. Tochter Edith wurde 1945 geboren. Wie für viele ein unglückliches Jahrzehnt, 1948 folgte die Scheidung von seiner 1.Ehefrau Else nach fast 20 Jahren. Stets wohnte er in Wilhelmsburg, erst an der Wollkämmerei und dann in der Straße Ole Karkhoff 20 auf Neuhof.
Horst Franz Schindzielorz (mein Vater) geboren am 25.01.1930 ist auf Neuhof in der Meisterstraße 20 (Ole Karkhoff) groß geworden und auch hier zur Schule gegangen. Einen Teil seiner Kindheit verbrachte er am „Deich“ bei seiner Großmutter Hulda Warnecke geb. Streubel. Mit Deich ist die Adresse seiner Großmutter Hulda gemeint, Reiherstiegerdeich 147. Mit Kanufahren auf dem Reiherstieg wurde ein Teil der Freizeit verbracht. Nach dem Ende der Schulzeit ging es in eine Maurerlehre. Auch die Zinnwerke, der Hafen und HEW waren Stationen in seinem Arbeitsleben. Am 18.02.1956 wurde dann meine Mutter Martha geheiratet, arbeitete auch in der Wollkämmerei. Die erste Adresse war der Kleingartenverein Wettern, gleich neben der Mülldeponie an der Neuhöfer Straße da wo heute Hellmann ist. Der 26.Mai 1957 war dann der Tag meiner Geburt. Kurze Zeit später wurde das Wohnen in den feuchten Häusern des Kleingartenvereins verboten und wir zogen 1959 in die Georg-Wilhelmstr.9a,kennt jeder, hier war lange Zeit die Gaststätte „Fähreck“. Von 1964 -1966 verbrachten wir viel Zeit in unserem Kleingarten am heutigen Stenzelring. Im Jahre 1966 wurde das Kleingartengelände aufgegeben und zum Industriegebiet erklärt. Dort wo unser Kleingarten sich befand steht übrigens bis heute kein Industriebetrieb. Das neugegründete Kleingartengelände an der Reichstraße war ab 1966 Ziel unserer Freizeit, die Gartenlaube steht heute noch. Meine unbeschwerte Jugendzeit endete am 19.06.1972 mit dem Tod meiner Mutter, Martha Schindzielorz. Vater und Sohn kämpften sich durch die Tücken des Alltags. Vater, Horst Schindzielorz, heiratete später wieder und zog aus. Am 25.06.1994 starb mein Vater Horst Schindzielorz.
Von 1959 bis 1994 wohnte ich in der Georg-Wilhelmstraße 9a, zuerst mit meinen Eltern und dann mit meiner Frau Irmgard und den Kindern. Nun wohnen wir in Harburg, aber unsere Heimat bleibt Wilhelmsburg.

1. Stammbaum

2.Adressbucheintrag aus dem Jahre 1906

3.Franz (Karl) Schindzielorz untere Reihe 1.von rechts mit Bandoniumorchester um 1928

4. Wilhelmsburger SK (Sport Klub) um 1930 3.von links Franz (Karl) Schindzielorz. Dribbelstarker Linksaußen.
Spitzname: Zitzek mit den Gummibeinen.

5. Franz (Karl) Schindzielorz 3.von links hat einen Kopfball gesetzt. Tor oder nicht Tor? Um 1930 mit dem
Wilhelmsburger SK?

6. Franz (Karl) Schindzielorz zieht frei vor dem Torwart ab (der Ball ist sichtbar in Pohöhe des Torhüters). Der Ball
landet mit Sicherheit im Tor. Wilhelmsburger SK mit vielen Zuschauern. Sportplatz „Fährstraße“? Aufnahmedatum
um 1930.
7. Zeitungsausschnitt vom 26.09.1937
8. Franz (Karl) Schindzielorz auf einem Fahrzeug der Wollkämmerei Feuerwehr um 1935.Mein Großvater

9. Franz Schindzielorz , der Vater von Franz Karl, Fahrzeug der Wollkämmerei Feuerwehr um 1935.Franz wohnte
und arbeitete bei der Wollkämmerei. Es ist mein Urgroßvater.

10. Franz (Karl) Schindzielorz in den 40er Jahren auf den Howaldtswerke in Hamburg, 4.von links.
Schiffszimmermann und Stellmacher waren seine erlernten Berufe.

11. Schiffszimmerleute auf den Howaldtswerke in Hamburg in den 40er Jahren.

12. Vor dem Stapellauf auf den Howaldtswerke in Hamburg, 40er Jahre.

13. Franz (Karl) Schindzielorz 3.von links auf den Howaldtswerken in Hamburg 40er Jahre.

14. Familienfoto 1965 im Kleingarten am heutigen Stenzelring (wurde 1966 geräumt). Oben von links, Franz (Karl)
Schindzielorz, seine 2.Frau Emmi, Martha Schindzielorz. Unten von links, Manfred Schindzielorz (mit
Zahnschmerzen), Torsten und Petra.

15.

16. Kleingartengelände Neuhöfer Brückenstraße (wo die Feuerwache stand) 1959.Franz (Karl) Schindzielorz mit
Pflegekind und Freundin

17. Franz (Karl) Schindzielorz mit seiner 2.Frau Emmi Schindzielorz (gest.1983) im Kleingarten an der Neuhöfer
Brückenstraße. Es waren nur wenige Meter bis zur Wohnung in der Ole Karkhoff 20. Ein Auto hatte die Familie
nicht.1959

18. Franz (Karl) Schindzielorz mit mir (Manfred Schindzielorz) auf dem Arm und Pflegekind Gertchen an der Hand.
Ole Karkhoff 1959,im Hintergrund die Neuhöfer Schule.

19. Franz (Karl) Schindzielorz 1959 Ole Karkhoff mit Pflegekind Gertchen auf dem Arm. Das schöne alte Auto
gehörte leider nicht zur Familie.

20. 1959 Franz (Karl) Schindzielorz mit Tochter Edith (geb.1945) im Kleingarten auf Neuhof.

21. 1959 Blick durch die Straße „Ole Karkhoff“ auf Neuhof. Im Hintergrund die Neuhöfer Schule. Auf der linken
Seite der Straße waren Kleingärten.

22. Else Schindzielorz, 1.Frau von Franz (Karl) Schindzielorz bei der Arbeit in der Wollkämmerei in den 50er
Jahren.

23. Bandoniumorchester ca.1925. Mittlere Reihe 1.von rechts Franz (Karl) Schindzielorz
Harburg den 05.November 2009
Manfred Schindzielorz
Herr Schindzielorz würde sich sehr freuen wenn noch jemand Informationen bezüglich seiner Familie hat.
Abb. 1. - 23. sowie Text von Manfred Schindzielorz steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz.