1.

Die Geschichte des Wilhelmsburger Notgeldes

Der Wilhelmsburger Verein für Heimatkunde gab im Inflationsjahr 1921 notgeldähnliche Gutscheine heraus.

2.

Der Verkauf dieser hübschen Scheine ging flott vonstatten, bis am 22. Januar 1922 zwei Wachtmeister in der Geschäftsstelle erschienen und auf Befehl des Staatsanwaltes die restlichen Bestände der Scheine beschlagnahmte.

3.

Was war geschehen ? Die Bremer Firma Rotmann, Notgeldhandel, hatte beim Harburger Gericht Beschwerde erhoben, weil sie beim Kauf der Scheine keinen Rabatt erhalten sollte. Der Staatsanwalt erhob darauf Anklage wegen vergehens gegen den §55 des Bankgesetzes.

4.

Obwohl sich die Vorstandsmitglieder des Vereins völlig unschuldig fühlten, wurden sie zur Zahlung von 42.620.- Mark verurteilt. Die Wilhelmsburger legten Berufung ein. Das Landgericht in Stade, die damals nächsthöhere Instanz, widerrief das Harburger Urteil. Ein entscheidener Satz -auf der Rückseite der Scheine- war übersehen worden, er lautet:

"Dieser Schein berechtigt zu einem einmaligen Eintritt in das Wilhelmsburger Museum"

Die Angeklagten wurden auf Kosten der Staatskasse freigesprochen.

5.