Nordsee ist Mordsee

Erscheinungsjahr: 1976

Länge: 87 Minuten

Regie und Drehbuch: Hark Bohm

Musik: Udo Lindenberg

Kamera: Wolfgang Treu

Fotograf: Günter Zint

Schnitt: Heidi Genée

Besetzung

 

Handlung

Der 14-jährige Uwe lebt mit seinen Eltern in einer Hochhaussiedlung in Hamburg-Wilhelmsburg. Sein Vater betrinkt sich regelmäßig und schlägt Uwe und auch die Mutter. Seinen Frust baut Uwe außerhalb seiner Familie ab, er ist Anführer einer Jugendbande. Gemeinsam mit den anderen Bandenmitgliedern terrorisiert er Mitschüler und andere Kinder. Eines ihrer Opfer ist dabei Dschingis, ein asiatischer Junge.

Uwe knackt zusammen mit seiner Bande einen Spielautomaten. Die Beute behält Uwe dabei für sich und will diese erst später aufteilen. Entgegen der Abmachung kauft er sich von dem Geld aber ein Springmesser. Auf dem Rückweg vom Geschäft entdeckt er Dschingis und beobachtet ihn heimlich. Dschingis hat sich, wie Uwe feststellt, ein Floß gebaut und lässt dieses zu Wasser. Als Uwe später wieder mit den anderen Jugendlichen zusammentrifft, fragen diese nach dem Geld. Uwe gibt an, dass sein Vater das Geld gefunden habe. Die Bandenmitglieder werden zwar misstrauisch, halten aber zunächst noch zu Uwe.

Am nächsten Tag kommt Dschingis wieder zu seinem Floß. Dabei stellt er fest, dass dieses zerstört wurde. Da taucht auch Uwe mit seiner Bande auf. Sie verhöhnen Dschingis erneut, der sie daraufhin wütend angreift. Es kommt zu einem Zweikampf zwischen Uwe und Dschingis, den Dschingis schließlich für sich entscheidet; die anderen laufen während des Kampfes davon. Dschingis zwingt Uwe daraufhin, ihm bei der Reparatur des Floßes zu helfen.

Am folgenden Tag trifft Uwe wieder mit seiner Bande zusammen. Diese distanziert sich von ihm, weil er das Geld aus dem Aufbruch des Spielautomaten noch nicht aufgeteilt hat und die Aktion mit Dschingis danebengegangen ist. Um seine Position wieder zu stärken, schneidet Uwe auf, dass er ein Auto fahren könne. Als kurz darauf vor einer nahegelegenen Bankfiliale ein Kunde seinen Wagen mit laufendem Motor einfach kurz an der Straße stehen lässt, setzt sich Uwe kurzentschlossen ans Steuer und fährt davon. Die folgende Spritztour dauert allerdings nicht sehr lange und er wird von der Polizei gefasst. Die Beamten übergeben Uwe an seinen Vater, der wieder getrunken hat, außer sich vor Wut ist und Uwe heftig verprügelt.

Am nächsten Tag sind die Spuren der Misshandlungen noch zu sehen und Uwe beschließt, die Schule zu schwänzen. Er spricht Dschingis an mit der Bitte, ihn in der Schule zu entschuldigen. Nach der Schule treffen sich die Jungen. Dschingis bietet Uwe an, dass dieser bei ihm Unterschlupf finden könne. Seine Mutter ist allerdings dagegen, weil sie es für illegal hält, ein Kind zu verstecken. Dschingis versteht das nicht und ist völlig verärgert. Gemeinsam beschließen die beiden, abzuhauen. Auf Dschingis’ Floß fahren sie aus Wilhelmsburg in Richtung Hamburger Hafen. Doch die selbst gebaute Konstruktion erweist sich als zu schwerfällig, und kurzentschlossen entwenden die beiden eine Jolle, mit der sie weiter die Unterelbe hinabsegeln. Nach einigen Stunden bemerkt Dschingis’ Mutter das Verschwinden ihres Sohnes und erstattet eine Vermisstenanzeige bei der Polizei. Uwes Vater erfährt erst durch die Polizei vom Verschwinden seines Sohnes.

Die Jugendlichen übernachten am Elbufer. Am nächsten Morgen stellen sie fest, dass sie sich in der Nähe eines Jugendgefängnisses – der JVA Hahnöfersand – befinden, und machen sich Gedanken darüber, dass die Gefangenen kaum älter als sie selbst sind. Sie fahren weiter elbabwärts, immer näher an deren Mündung in die Nordsee. Als ihnen ein Boot der Wasserschutzpolizei auf die Spur kommt, können sie durch einen seichten Schilfstreifen in die Nebenelbe entwischen. Sie verlassen ihr Boot und verstecken sich am Ufer. Nachts brechen sie in einen Kiosk ein, weil sie hungrig sind.

Einer Polizeistreife, die die beiden Jungen am nächsten Morgen entdeckt, entkommen sie wiederum knapp. Uwe und Dschingis stehlen erneut ein Segelboot und machen sich damit wieder auf Tour. Es ist ihnen klar, dass sie beim nächsten Mal wohl geschnappt werden. Doch Uwe meint zuletzt: „Vielleicht nächstes Mal. Aber lieber nächstes Mal ’n Arsch voll kriegen als jetzt gleich. Denk doch mal logisch! Je länger wir wegbleiben, desto weicher werden die Alten. Und die vom Gericht.“

Zum Bild des Bootes vor der untergehenden Sonne wird ein Song Udo Lindenbergs eingespielt, dessen Refrain  „Ich träume oft davon ein Segelboot zu klaun’ und einfach abzuhaun’…“ auch als Text eingeblendet wird. Dieses Motto erscheint ebenfalls auf dem Filmplakat.

01.Uwe und Dschingis Bohm

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06. In der Mitte Hark Bohm, rechts Wolfgang Treu

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13. Hark Bohm

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Weitere Fotos von dem Fotografen Günter Zint gibt es hier: Panfoto

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Abb. 1. - 26. von Günter Zint steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz.